Gesetzliche Strafe für Tierquälerei muss erhöht werden

Chihuahua getötet: Bedingte Haft

Richterin Minou Aigner

Einem Street-Art-Künstler wurde am Donnerstag am Straflandesgericht
vorgeworfen, eine Studentin geschlagen, ein Denkmal verunstaltet und
einen kleinen Hund getötet zu haben. Er wurde zu zehn Monaten
bedingter Haft verurteilt.

Erklärungsbedarf hatte ein Wiener Street Art-Künstler am Donnerstag am
Landesgericht für Strafsachen. Die Anklage legte ihm gleich mehrere
Vergehen zur Last. Im Herbst 2017 hatte er einer Studentin auf einer
Rolltreppe in der U-Bahn-Station vor der Universität einen Faustschlag
ins Gesicht verpasst. Zudem verunstaltete er laut Staatsanwaltschaft
ein Denkmal und einen Brunnen.

Widersprüchliche Aussagen

Am Schwersten wog für Richterin Minou Aigner – einer bekennenden
Tierfreundin und ausgewiesenen Hundeliebhaberin – aber der Vorwurf,
der zurück in den Sommer 2010 datierte. Damals war der Künstler auf
der Donauinsel joggen, als ihm ein Chihuahua nachlief. Der kleine Hund
habe „nur spielen wollen“ bzw. „sich gefreut“, erinnerte sich der
Besitzer des Tieres.

Der Jogger habe aber sogleich „richtig ausgeholt“ und „Pippi“ einen
wuchtigen Tritt verpasst, worauf der nur 1,2 Kilogramm schwere
Vierbeiner „eineinhalb Meter durch die Luft in den Staub, in den
Schmutz geflogen ist“, wie der Zeuge schilderte. „Eine, zwei Stunden
später war er tot“, berichtete der Besitzer der entsetzten Richterin.

„Die Geschichte stimmt überhaupt nicht“, widersprach der Angeklagte
dieser Darstellung. Der Chihuahua sei ihm – angeblich sogar
zähnefletschend – nachgelaufen, habe nach ihm geschnappt und sich
schließlich in seinen Beinen verfangen: „Er hat meine Beine nicht
abgeschätzt. Er hat etwas abbekommen“. Hingetreten habe er nicht,
versicherte der Künstler. Vielmehr sei der Hund nach dem Zwischenfall
noch gegen ein Liegebett aus Metall gelaufen, zusammengebrochen und
liegengeblieben. Möglicherweise aufgrund eines Hitzschlags, vermutete
der Künstler: „Es war heiß, er hat einen Stress gehabt.“

Zeuge bestätigt Version des Opfers

Ein Tierarzt hatte nach Todeseintritt allerdings ein
Schädel-Hirn-Trauma als kausal für das Ableben festgestellt.
„Grundsätzlich möchte ich sagen, dass ich kein aggressiver Mensch
bin“, blieb der Angeklagte dessen ungeachtet bei seiner leugnenden
Verantwortung. Auch die Studentin habe er nicht geschlagen. Diese
hätte sich an ihm vorbeigedrängt und ihn „Idiot“ genannt: „Da habe ich
ihr mit dem Zeigefinger auf die Stirn getippt und gefragt, ob sie
deppert ist.“ Ein völlig unbeteiligter Zeuge sah allerdings ebenfalls
einen Faustschlag und bestätigte die Version der jungen Frau.

Schließlich ging es in der Verhandlung noch um das Denkmal für den
Bildhauer Georg Raphael Donner am Schwarzenbergplatz und den
Donnerbrunnen am Neuen Markt. An ersterem brachte der Street
Art-Künstler Anfang des Vorjahrs eine Platte mit der Aufschrift
„Friedensengel IV“ an, am Brunnen eine Engelsfigur mit goldenen
Häschen aus Kunstharz.

Zehn Monate bedingte Haft

Die Richterin nannte das „Machwerk“, der Angeklagte sah darin „eine
Erweiterung von Donner“. Er habe dessen Arbeit nicht entweihen wollen:
„Ich komme mit meinen Arbeiten dem Auge des Betrachters entgegen. Sie
sind nie obszön.“ Dass die Kulturabteilung der Stadt Wien seine
Ergänzungen im September entfernte, kritisierte der freischaffende
Maler und Bildhauer: „Ich finde es bedenklich, wenn man eine Kunstform
mutwillig zerstört und entfernt.“

Am Ende wurde der bisher unbescholtene Mann in sämtlichen
Anklagepunkten für schuldig befunden und wegen Tierquälerei,
Körperverletzung und Sachbeschädigung zu zehn Monaten bedingter Haft
verurteilt, wobei die Richterin von einer Schadenssumme von etwas über
1.000 Euro ausging. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil, die
Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit
nicht rechtskräftig.

Quelle: orf.at

Statement von Dr. Adrian Hollaender

Es ist lobenswert, dass die Richterin in der Schuldfrage eine so klare
Entscheidung getroffen und stringent begründet hat. Was die Strafe
angeht, so wäre es allerdings generell sinnvoll, die gesetzlichen
Strafdrohungen für Tierquälerei zu erhöhen. Davon abgesehen, ließe
sich aber auch im Einzelfall eine höhere Strafe verhängen, denn wenn
ein Täter eine Studentin schlägt, ein Denkmal verunstaltet und einen
kleinen Hund tötet, wäre angesichts der Deliktshäufung (Tierquälerei,
Körperverletzung und Sachbeschädigung) und der daraus ersichtlichen
kriminellen Energie des Täters eine noch höhere und vor allem
unbedingt zu verhängende Freiheitsstrafe angemessen!
Dr. Hollaender

2 Gedanken zu „Gesetzliche Strafe für Tierquälerei muss erhöht werden

  • 3. März 2018 um 10:21
    Permalink

    Die armen Tiere!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Eine Frau musste nur 300 Euro weil sie und ihr mann (8 Monate Gefängnis zu wenig!!!!!)einen armen Hund GEQUELT haben und ihn dann an einem Stange gebunden haben bei eisiger Kälte (-10 Grat)mit einer zugebundenen schnauze dass er nicht jaulen bellen oder was essen-trinken konnte.

    Mann hat ihn erfroren gefunden.

    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!HÖRERE STRAFE GEGEN TIERQUELEREI !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Antwort
  • 3. März 2018 um 10:26
    Permalink

    Ach übrigens in meinen mehreren Sätzen könnten rechtschreibfehler drinnen sein.

    PS. ICH BIN ERST 10 und gehe in die 4. Klasse.

    Antwort

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