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In Memoriam Fritz Schimke

Eine Legende verlässt die Bühne!

Mit Fritz Schimke verlässt eine der schillerndsten Persönlichkeiten die Journallistenszene. Der bekannte Fotograf schilderte mir gegenüber seinen Werdegang mit folgenden Worten:

„Warum ich Fotograf werden wollte? Es waren keine Blenden, keine Tiefenschärfe keine Optiken und keine Bildeinstellungen.
Ich wollte die Welt kennenlernen, die Welt so wie sie ist, paradiesisch, grausam, brutal, herrlich, abstoßend – ich wollte sie einfach kennenlernen!
Natürlich waren auch die Kameras, die Objektive, die Blenden und Tiefenschärfe wichtig. Sie waren mein Brot, mein Honorar, meine Existenz. Meine Leicas, Nikons, Canons, Rolleis etc. Durch sie und meinen genialen Kumpel Michael Jeanee gelang uns ein fotografisch-journalistischer Coup, wie er nur wenigen zuteil wird. Wir schafften es, den damals gesuchtesten Mann der Welt, den englischen Posträuber Ronald Biggs vor die Linse zu bekommen und ihn mit seinem Baby – der Garantie für ihn, dass er nicht nach England ausgeliefert werden konnte – an der Copa Cabana abzulichten. Diese Fotos gingen rund um die Welt! Es gab keine Tageszeitung, kein Magazin und kein Boulevardblatt, das nicht diese Fotos von Ronny Biggs mit Frau und Baby an einem der schönsten Strände der Welt, veröffentlichte und mich mit damals 24 Jahren zum „Kurzzeitmillionär“ machte.“

Daraufhin rissen sich sämtliche große Agenturen um den neuen Stern aus Wien.
Schimke begegnete seiner Flugangst, indem er die Welt mehr als 80 mal umrundete, sie blieb ihm allerdings bis zum Schluss.

Auf seinem Weg begleitete er zahlreiche Prominente, wie Udo Jürgens, Niki Lauda, etc. drehte einen Film mit Enzo Ferrari und war mit seiner Crew als weltweit einzigartig dazu berechtigt, direkt in den Ferrariwerken in Maranello den Bau des F40 zu filmen. Ebenso legendär waren seine Berichterstattungen über die Mondlandung, das FBI und vieles mehr.
Fritz Schimke hat das Leben aus vollem Herzen gelebt und es blieben ihm keine Höhen und Tiefen verborgen. Er war ein ganz besonderer Mensch und ich freue mich, dass ich ihn noch kennenlernen durfte. Von seinem Wissen, seinem Gefühl für Stories, das er mir mit viel Enthusiasmus vermittelte, konnte ich ungemein profitieren. Dafür danke ich ihm noch post mortem!
Und nun ist er gegangen. Nach dreijähriger schwerer Krankheit legte er am Dienstag, den 17. September 2019 seine Kamera für immer weg.
„Wir werden dich vermissen Fritz! Dein Esprit, deine funkelnde Persönlichkeit und deine Brillanz wird mich immer begleiten“.
Unsere Redaktion spricht auch den Hinterbliebenen von Fritz Schimke, seiner langjährigen Lebensgefährtin und seiner Tochter unser herzlichstes Beileid aus.
SH

Redaktion app-online

 

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