Zum Finale des Nova Rock

Lange musste man am heurigen Nova Rock auf die ersten Höhepunkte warten. Anfangs war vieles Routine. Man sah Bands, die immer wieder mal auf den Pannonia Fields vorbeischauen. Und den eigenartig zerfahrenen, unfokussierten Auftritt von Linkin Park, die den Spagat zwischen konträren Genres versuchten, aber verpatzten. Erst am dritten Tag kam mit der neuen Supergroup Prophets Of Rage ein überraschender und mit System Of A Down ein erwarteter Glanzpunkt.

Zum Finale traten dann Green Day an, die Fun-Punker, die immer ein Garant für beste Festivalstimmung sind, und auch diesmal nicht enttäuschten.

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Ein Teil ihres Erfolgsrezeptes: Permanentes Zugehen auf das Publikum. So, dass die Animation, die Sänger Billie Joe Armstrong Samstagnacht abzog, manchen schon ein bisschen zu viel war. Gleich beim ersten Song, dem Hit „Know Your Enemy“, holte er sich einen Fan auf die Bühne. Immer wieder forderte er die Leute zum „Verrücktspielen“ auf, ging auf den Steg und sprach Fans in den ersten Reihen persönlich an: „Du telefonierst gerade? Mit deiner Mama?“

Dann suchte er für „Knowledge“ einen Gitarristen. Nach zwei Fehlversuchen mit nicht wirklich talentierten Fans („Gebt ihm lieber ein Tambourin!“) fand er den Rotschopf Furkan. Der spielt in der Band Everlasting Silhouette, konnte die Akkorde, hatte den Rhythmus, bekam dafür die Gitarre geschenkt.

Aber es waren auch die fröhlichen Green-Day-Melodien, die die Stimmung am Nova Rock hochkochen ließen. Die sind zwar alle eingängig, aber nicht so simpel und abgenützt, wie die der direkten Rivalen Blink 182, die zwei Tage davor am Nova Rock einen matten Eindruck hinterlassen hatten.

Im Gegensatz zu dieser Band haben sich Green Day Anfang des Jahrtausends neu orientiert, schrieben reifere, engagierte, politische Songs – ohne je auf den Spaß zu vergessen. So können die Mittvierziger auch heute noch überzeugt hinter dem stehen, was sie machen. Und das ist zu hören, zu spüren, bringt eine Vitalität auf die Bühne, die das Trio unwiderstehlich macht.

Wenn Armstrong nach fast zweieinhalb Stunden Show am Boden liegt und sagt: „Ich liebe das!“, ist klar, dass das keine leere Pose ist. Für diese Band sind Shows kein Job, sondern die Bestimmung.

Kurier

 

 „Limbo Dance“ mit David Hasselhoff

NOVA ROCK 2017: KONZERT - DAVID HASSELHOFF
David Hasselhoff setzte hinter dem Nova Rock 2017 einen Schlussstrich.

Vier Tage, 225.000 Besucher, Dutzende Bands: Das Nova Rock 2017 ist Samstagnacht mit David Hasselhoff zu Ende gegangen. „Die Leute zahlen viel Geld für den Eintritt. Ich sorge dafür, dass sie unterhalten werden“, sagte „The Hoff“ über seinen Auftritt bei Österreichs größtem Festival.

„Crazy For You“, „Looking For Freedom“, „Hooked On A Feeling“: Der Bademeister brachte seine Hits mit  – und die Menge zum Ausflippen. Menschen mit wilden Bärten und ebensolchen Outfits tanzten den „Limbo Dance“. Dass das Playback manchmal schepperte und „Hoff“ das ein oder andere Mal dieses gesanglich überholte, passte zum Gesamtbild. Eine Erklärung für seinen Erfolg hatte der Sänger und Schauspieler: „Ich denke, dass die Leute mit den Songs eine Zeit verbinden, in die sie gerne für ein paar Augenblicke zurückkehren, eine sehr sorglose Zeit ihrer Jugend. Die Welt ist derzeit so gefährlich und ängstigend. Es ist nur noch die Musik übrig.“

Rückkehr

Zum zweiten Mal war der „Ex-Rettungsschwimmer“ und „Knight Rider“ als Mitternachtseinlage gebucht. Hätte er sich das vor seiner Nova-Premiere vor zwei Jahren träumen lassen? „Nein, wir hatten uns erwartet, dass die Hälfte des Publikums abwandern würde. Ich hatte damals keine Ahnung, warum ich da war und vor Heavy Metal Fans auftreten sollte. Es war dann ein verrückter, unglaublicher Erfolg. Am Rückflug haben wir uns noch immer gefragt, was da passiert ist. Die Leute riefen ‚Hoff! Hoff! Hoff!‘ Und man hat mich gleich noch einmal eingeladen. Wir waren total überrascht – und ich bin es noch immer.“ Für „Hoff“-Fans gibt es 2018 eine weitere Zugabe: Am 3. Mai nächsten Jahres kommt der sympathische Amerikaner mit einer multimedialen Show, dem Auto K.I.T.T. „und hoffentlich einem neuen Hit-Album, wir arbeiten derzeit daran“ in das Wiener Gasometer, kündigte er an.

Kurier

 

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