Razzia in Berlin – Moschee-Verein verboten

460 Beamte durchsuchen 24 Objekte in Berlin: Mit einem Großeinsatz geht die Polizei gegen den radikalen Moschee-Verein „Fussilet“ vor – dort verkehrte auch der Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri.

Die Berliner Innenbehörde hat den Moschee-Verein Fussilet verboten, in dem auch der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri ein und aus ging. Die Polizei durchsuchte am Dienstagmorgen 24 Objekte in der Hauptstadt. Der Einsatz mit 460 Beamten laufe seit sechs Uhr morgens und erfolge als Amtshilfe für die Innenverwaltung, sagte ein Polizeisprecher.

Die Gebetsräume waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Die Moschee hatte angesichts des drohenden Verbots allerdings schon selbst vor einer Woche ihre Räume geschlossen.

Bei den nun durchsuchten Orten handele es sich um Wohnungen, zwei Firmensitze und sechs Hafträume in den Berliner Haftanstalten Moabit und Tegel, twitterte die Polizei.

Über eine Verbotsverfügung gegen den Verein Fussilet 33 wird seit 2015 diskutiert. Nach dem Terroranschlag sollte das Verbot eigentlich schnell kommen. Vorsitzender von Fussilet 33 war laut aktuellem Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes der selbst ernannte „Emir“ Ismet D., der in Moabit durch seinen Islamunterricht Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den Dschihad in Syrien radikalisiert haben soll. In der Moschee soll auch Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden sein.

Bereits im Januar 2015 ging die Polizei mit Durchsuchungen gegen den Moscheeverein und seine Funktionsträger vor. D. und einem Mitangeklagten wird seit Januar vergangenen Jahres vor dem Berliner Kammergericht der Prozess gemacht.

Der AttentäterAmri hatte die Moschee oft besucht, zuletzt wurde er dort am Tag des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefilmt.

Am Abend des 19. Dezember fuhr Amri mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 50 zum Teil schwer.

wal/mho/dpa/AFP

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